Der Erschöpfungsprozess ist die Folge eines dauerhaften Ungleichgewichts von Anforderungen und persönlichen Bewältigungsmöglichkeiten. Die Folge ist chronischer Stress. Wann eine Anforderung zu Stress wird, ist aber von Mensch zu Mensch verschieden. Es hängt von den Belastungen ebenso ab wie von der Fähigkeit und den Möglichkeiten der Betroffenen zur Bewältigung der belastenden Situation oder Umstände. Entscheidend ist, dass erst die Dauerbelastung, der chronische Stress, zu einem Erschöpfungsprozess führt.
In Burnout-Konstellationen kann man auf unterschiedliche Art und Weise geraten. In aller Regel wirken sowohl situative (zum Beispiel „Druck und/oder mangelnde Anerkennung im Beruf“) und persönliche Faktoren (zum Beispiel sich angemessen abzugrenzen und eigene Ressourcen wie private Kontakte und Interessen zu pflegen) zusammen. Einerseits erkranken Personen, die sich stark für eine Sache engagieren, die eine große Portion Idealismus mitbringen – andererseits aber auch Menschen, die sich mitunter von Anfang an einer Aufgabe oder einem Beruf nicht gewachsen gefühlt haben. Faktoren im Arbeitsleben, die die Wahrscheinlichkeit von Burn-out-Konstellationen erhöhen sind:
– unerfüllbare Vorgaben
– unklare Erfolgskriterien
– große Verantwortung unter Zeitdruck
– langweilige Routinen
– mangelnde Kontroll- und Einflussmöglichkeiten
– ständige Unterbrechungen des Arbeitsablaufes
– schlechtes Betriebsklima, Konflikte mit Vorgesetzten und Kollegen
– Angst um den Arbeitsplatz
Es gibt Burn-out jedoch genauso bei Menschen, die keinen oder nur wenig erkennbaren Arbeitsstress haben. Und längst nicht jeder, der im Beruf unter größtem Druck steht, endet automatisch in der totalen Erschöpfung. Viele lieben Herausforderungen und fühlen sich gut dabei.
Oft sind Aspekte in der Persönlichkeit der Betroffenen entscheidend: Es trifft oft Menschen, die einerseits hohe Ansprüche an sich selbst und andere stellen, die alles perfekt erledigen wollen, gleichzeitig aber ein schwaches Selbstwertgefühl haben und Konflikten lieber aus dem Weg gehen. Mit Kränkungen, Enttäuschungen oder Frust können sie nicht gut umgehen, ihnen fehlen Bewältigungsstrategien. Zudem haben Betroffene oft das Gefühl, sich stark zu verausgaben, ohne entsprechende Gegenleistungen zu erhalten.
Auch private Rückschläge können Burnout begünstigen – insbesondere, wenn die Unterstützung durch Partner, Freunde und Familie fehlt.
