Die Diagnose Burnout ist nicht in der Internationalen Klassifikation der Krankheiten und verwandter Gesundheitsprobleme (ICD-10) enthalten. Dort kann Burnout nur unter dem Stichwort „Probleme mit Bezug auf Schwierigkeiten bei der Lebensbewältigung inkl. Ausgebranntsein [Burn-out]“ als Zusatzcodierung (zusätzlich zu einer anderen Diagnose) klassifiziert werden. Deshalb kann Burnout nicht als „offizielle“ Krankheit bezeichnet werden. Dennoch sollte man Anzeichen von Burnout ernst nehmen. Sie können unterschiedliche Ursachen haben, wie zum Beispiel:
Vorübergehende Arbeitsüberforderung
Stresssymptome wie Angespanntheit, Schlafprobleme und Erschöpfung können im Rahmen von ungewöhnlichen Belastungen auftreten. Wenn diese Phasen zeitlich begrenzt und ein Ende der Belastung absehbar ist, und wenn die Stresssymptome in kurzen Erholungsphasen, zum Beispiel am Wochenende, zurückgehen, handelt es sich nicht um Burnout.
Burnout nach längerfristiger Arbeitsüberforderung
Hält der Zustand einer Arbeitsüberforderung mehrere Wochen bis Monate an und bildet sich durch kurze Erholungsphasen nicht zurück, kann das ein Hinweis auf Burnout sein. Burnout ist zwar keine eigenständige Erkrankung, kann aber das Risiko für die Entwicklung einer späteren psychischen Erkrankung wie zum Beispiel einer Depression, und/oder einer körperlichen Erkrankung wie zum Beispiel eines Bluthochdrucks, erhöhen oder eine solche Erkrankung auslösen.
Psychische und körperliche Erkrankungen als Ursache für Burnout-ähnliche Beschwerden
Burnout bzw. Burnout-ähnliche Symptome können auch ein Hinweis auf andere zugrunde liegende Erkrankungen, etwa eine Depression, chronische Schmerzen oder eine beginnende Demenz, sein. Anforderungen, die Betroffene bisher leicht und gut bewältigt haben, werden auf einmal zur Überlastung und führen unter anderem zu Gefühlen von Überforderung und Erschöpfung am Arbeitsplatz.
